DER METAURO TAL

Ankunfts – und
gleichzeitig Ausgangspunkt des Metauro-Tales ist Fano, das antike „Fanum
Fortunae“ mit seinem historischen Altstadtkern, reich an Sehenswürdigkeiten: von
der Römerzeit bis ins Mittelalter, von der Renaissance bis zum Barock.
Fahren wir das
Metauro-Tal hinauf und machen die erste Rast in Calcinelli, wo sich zwei
verschiedene Routen durch die Hügel mit eindrucksvollen Dörfern und Burgen
auftun.
Die erste Route
beginnt am nördlichen Hang über dem Fluβ und führt zuerst nach Saltara (160m),
einem anmutigen,kleinen Ort, auffallend durch seinen impossanten Mauerring,
welcher auch das antike Schloβ einfriedet.
Wir fahren weiter
bergan durch die grünen Weinberge, vorbei an silberglänzenden Olivenbäumen und
gelangen nach Cartoceto (235m). Die antiken Häuser des charakteristischen
Ortskerns sind fächerartig um den Hang gruppiert, welcher von dem
Klosterinternat Santa Maria della Misericordia aus dem 19. Jahrhundert überragt
wird.
Der Straβe weiter
bergan folgend, kommt man zwischen den Tälern des Metauro und Foglia nach
Mombaroccio (311m), welches komplett von den robusten Mauern aus dem 14.
Jahrhundert umgeben ist. Hier finden wir das antike Kloster von Beato Sante
(393m), ein wahres Schmuckstück, das sich in einem dichten Wald aus Eichen,
Steineichen, Sommereichen und Kastanien befindet.
Zurück nach
Calcinelli, treffen wir auf die zweite Route durch die Hügellandschaft. Sie
beginnt am südlichen Hang über dem Metauro-Tal; man überquert den Fluβ bei der
langen Brücke und erreicht M. Maggiore al Metauro (197m), welches einen wirklich
grandiosen Ausblick über das mittlere Metauro-Tal bietet.
Man folgt der
Provinzstraβe, die sich über die Hügelkämme schlängelt,welche das Metauro-Tal
von dem des Cesane trennt. Man fährt vorbei an Piagge und S. Giorgio di Pesaro,
antike Burgen, die beide von Mauerringen umfriedet sind, und kommt nach Orciano
di Pesaro (249m). Der Ort ist schon durch seinen herausragenden Glocken- und
Burgturm von weitem zu sehen. Die wunderschöne Renaissancekirche S. Maria Nuova,
ein Werk von Baccio Pontelli, lädt zu einem Besuch ein.
Von Orciano kann
man zurück nach Calcinelli und dann der alten Straβe „Via Flaminia“ nach
Fossombrone folgen. Der Stadtkern liegt in einer Talenge zwischen den Ausläufern
der Cesane und dem Steilhang des Hügels Cappuccini. Die Stadt ist geprägt vom
dichten Gewirr alter Hausdächer, die von dem Glockenturm der Hauptkirche und von
den Fassaden der Adelspaläste überragt werden; darüber thront die erhabene Burg,
der Hof der Montefeltro, und weiter über der mittelalterlichen Stadt auf der
Spitze des Hügels San Aldebrando liegen die Ruinen der ehemaligen Festung.
Man verläβt
Fossombrone Richtung Westen bis zur Gabelung, wo die Straβe nach Urbino hinauf
führt. Fährt man hingegen links, folgt man dem oberen Metauro-Tal und kommt nach
Fermignano. Der massive Verteidigungsturm steht direkt an der malerischen
Brücke, welche mit drei Bögen den Fluβ überspannt, der hier einen abgestuften
Wasserfall bildet.
Man fährt weiter
nach Urbania (273m), das antike „Castel Durante“, eine reizende Stadt mit vielen
Sehenswürdigkeiten. Sie wird von drei Seiten vom Fluβlauf des Metauro und vom
antiken Mauerring,teilweise umspült vom Fluβ, umgeben. Aus dem Mauerring ragt
die Vorderseite des Palazzo Ducale heraus, das Gebäude, in dem Francesco Maria
II Della Rovere im Jahr 1631 seine letzten Tage verbrachte. Urbania besitzt
viele schöne Kirchen; besonders ist die Chiesa dei Morti mit ihrem makaberen
Friedhof der Mumien. Berühmt ist auch die sogenannte Ponte dei Cocci auf deren
Brückengeländer die Töpfer ihre modellierten und bemalten Vasen, Teller und
Schüsseln für eine Weile an der Luft trocknen lassen.
Das Metauro-Tal ist
ein Gebiet mit uralter Tradition und Geschichte: die historische Schlacht am
Metauro (207 vor Christus), welche die Niederlage und den Tod des Cartagners
Asdrubale durch römische Legionäre des Claudio Nerone und Livio Salinatore
besiegelt hatte.
Unmittelbar
auβerhalb von Urbania befindet sich das beeindruckende Bauwerk „Barco Ducale“,
Jagd- und Sommerresidenz der Fürsten von Urbino.
Weiter dem
Metauro-Tal folgend, sieht man rechterhand, auf einem bizzaren Hügel liegend,
das antike Schloβ von Peglio (534m). Ein Abstecher dorthin lohnt sich schon
wegen des wundervollen Rundum-Panoramas.
Der Talstraβe
folgend, gelangt man nach Sant’ Angelo in Vado (359m), das antike „Tiphernum
Mataurese“, ein liebenswürdiges Fluβfurt bewachte. Es gibt einige schöne Kirchen
und Paläste und den „Campanon“, ein streng anmutender Stadtturm, welcher bei dem
zeitgenössischen Palazzo della Ragione steht. S. Angelo in Vado ist eine der
Heimatstädten des wertvollen, weiβen Trüffels ( tuber magnatum pico) und hier
beginnt das Gebiet des hohen Appenins in dieser Provinz.
Weiter Richtung
Appenin kommt man nach Mercatello sul Metauro (429m), ein weiterer, kleiner Ort
mit Sehenswürdigkeiten: wie z.B. die mittelalterliche Kirche S. Francesco mit
dem berühmten „gekreuzigten Christus“ von Giovanni di Rimini. Es gibt ein
interessantes Museum mit Gemälden aus dem 13. Jahrhundert und den majestätischen
Palazzo Gasparini, welcher heute Sitz der Gemeindeverwaltung ist.
Nach wenigen
Kilometern erreichen wir Borgo Pace (449m), ehemalige Wegstation im Zentrum des
Bergmassivs Massa Trabaria, im weiten Gebiet des Appenin. Zurückgehend bis in
die Römerzeit, kamen von hier die Baumstämme (trabes), welche für die Dachstühle
der römischen Basiliken verwendet und im nicht weit entfernten Fluβlauf des
Tiebers treiben gelassen wurden.
Hier teilt sich der
Metauro in seine beiden Quellflüβchen Meta und Auro, welche bereits über der
Grenze zur Provinz Arezzo, in der wundervollen Bergwelt der „Alpe della Luna“
entspringen.